Selbstachtung - das wahre Fundament der Lebensfreude
- Petra Burmetler
- vor 11 Minuten
- 12 Min. Lesezeit
Lebensfreude ist keine gute Laune – sondern gelebte Selbstachtung
Wenn Lebensfreude ein Gefühl wäre, hätten die meisten Menschen sie längst verloren. Und doch gibt es Menschen, die nicht glücklich wirken – aber innerlich ruhig, klar und aufrecht sind. Menschen, die keine Euphorie ausstrahlen, aber eine stabile Präsenz haben. Menschen, die nicht strahlen, aber standfest sind.
Genau dort beginnt Lebensfreude. Nicht in der guten Laune. Nicht im positiven Denken. Nicht in der Motivation, die jeden Morgen neu erkämpft werden muss. Sondern in etwas viel Tieferem: in der Fähigkeit, sich selbst ernst zu nehmen.

Der große Denkfehler: Lebensfreude mit Glück verwechseln
Wir leben in einer Zeit, die Lebensfreude mit Hochgefühlen verwechselt. Coaching-Angebote versprechen „mehr Leichtigkeit". Neujahrsvorsätze drehen sich um „endlich wieder richtig leben". Social Media zeigt uns Menschen, die scheinbar mühelos strahlen. Und mittendrin stehen viele von uns und fragen sich: Was stimmt mit mir nicht, dass ich nicht so fühle?
Die Antwort ist verstörend einfach: Nichts stimmt nicht. Der Maßstab stimmt nicht.
Denn Glück und Lebensfreude sind nicht dasselbe. Und diese Unterscheidung ist keine Wortklauberei – sie ist existenziell.
Glück ist ein Zustand. Es kommt und geht, abhängig von Umständen, Neurochemie und äußeren Ereignissen. Glück ist das Dopamin nach einem Erfolg, das Endorphin nach Sport, die Erleichterung nach einer bestandenen Prüfung. Glück ist das warme Gefühl an einem Sommerabend mit Freunden. Glück ist flüchtig, intensiv und nicht steuerbar. Neurobiologisch betrachtet ist Glück ein "Schwankungsphänomen" – ein Peak, der notwendigerweise wieder abflacht.
Lebensfreude ist eine Haltung. Sie ist keine Emotion, sondern eine innere Ausrichtung. Lebensfreude bedeutet nicht, sich gut zu fühlen. Lebensfreude bedeutet, sich nicht zu verraten. Sie ist die Übereinstimmung von Denken, Fühlen und Handeln. Sie ist Selbstrespekt auch ohne gute Gefühle. Sie ist innere Aufrichtigkeit statt äußerer Euphorie.
"Glück ist ein Zustand. Lebensfreude ist eine Haltung."
Lebensfreude ist Integrität. Und Integrität kann auch dann bestehen, wenn es gerade überhaupt nicht gut läuft.
Warum wir Lebensfreude verlieren – und es für Depression halten
Unsere Gesellschaft koppelt den Wert eines Lebens an messbare Größen: Leistung, Erfolg, Stimmung, Produktivität. Wir sollen funktionieren, optimistisch sein, resilient. Wir sollen Krisen „als Chancen sehen" und aus allem „das Beste machen". Die Botschaft lautet: Wenn du dich schlecht fühlst, arbeitest du nicht genug an dir.
Die Folge: Menschen versuchen verzweifelt, Gefühle zu produzieren statt ihre Grenzen zu respektieren.
Sie pushen sich morgens mit Kaffee und Affirmationen zur Arbeit, obwohl der Körper „Stop" signalisiert. Sie lächeln in Meetings, obwohl innerlich längst alles leer ist. Sie sagen Ja zu Aufgaben, Anfragen und Erwartungen, obwohl jede Faser ihres Körpers Nein sagt. Und abends, wenn sie erschöpft auf dem Sofa sitzen, fragen sie sich: Warum bin ich so unmotiviert? Warum fühle ich nichts mehr?
Die Antwort lautet oft – und das ersetzt keine fachliche Diagnose, aber es erklärt einen großen Teil dessen, was heute vorschnell pathologisiert wird: nicht Depression, sondern Selbstübergriff.
Selbstübergriff bedeutet: sich selbst nicht ernst nehmen. Die eigenen Grenzen ignorieren. Die eigenen Bedürfnisse als störend empfinden. Sich für die eigene Erschöpfung schämen. Und dann noch mehr zu leisten versuchen, um das Gefühl der Leere zu kompensieren.
Eine Klientin beschrieb es kürzlich so: „Ich dachte jahrelang, ich bin einfach nicht belastbar genug. Dabei habe ich 15 Jahre in einem Job verbracht, der meinen inneren Werten komplett widersprach – nicht aus Schwäche, sondern aus Loyalität zu Erwartungen, die nie die meinen waren."
"Viele Menschen sind nicht freudlos, weil sie krank sind – sondern weil sie zu lange über ihre eigenen Grenzen gegangen sind."
Selbstachtung: Das wahre Fundament der Lebensfreude
Wenn Lebensfreude nicht mit Glück gleichzusetzen ist – was ist sie dann konkret?
Lebensfreude beginnt mit Selbstachtung. Und Selbstachtung ist kein vages Konzept aus der Ratgeberliteratur, sondern ein psychologisch präziser Begriff, der auf mehreren wissenschaftlichen Modellen beruht: der Selbstbestimmungstheorie nach Deci und Ryan, die drei grundlegende psychologische Bedürfnisse identifiziert – Autonomie, Kompetenz und Verbundenheit, der Forschung zu Selbstkongruenz und der modernen Neurowissenschaft.
Selbstachtung bedeutet:
Die eigenen Grenzen ernst nehmen. Nicht als Schwäche, sondern als Signal. Wer seine Grenzen respektiert, schützt sein Nervensystem vor chronischer Überlastung. Polyvagal-Theorie und Trauma-Forschung zeigen: Ein dysreguliertes Nervensystem entsteht oft nicht durch ein einzelnes Trauma, sondern durch wiederholte Selbstübergriffe – durch das ständige Ignorieren der eigenen inneren Signale. Mehr zum Thema körperorientierte Ansätze finden Sie in meinem Artikel "Wenn dein Körper in der Therapie mitredet".
Innere Werte höher gewichten als äußere Erwartungen. Selbstachtung heißt, sich von innen her zu orientieren, nicht von außen. Nicht zu fragen: Was erwarten andere? Sondern: Was stimmt für mich? Diese Frage ist nicht egoistisch. Sie ist entwicklungspsychologisch gesund. Autonomie und Verbundenheit – zwei zentrale Entwicklungsaufgaben der Selbstbestimmungstheorie – setzen genau diese Fähigkeit voraus: zu wissen, wer ich bin und wofür ich stehe.
Nein sagen können, ohne sich zu rechtfertigen. Ein klares Nein ist ein Akt der Selbstachtung. Es bedeutet nicht, andere abzulehnen. Es bedeutet, sich selbst anzunehmen. Bindungsforschung zeigt: Menschen mit sicherer Bindung können Grenzen setzen, ohne Angst vor Liebesverlust. Menschen mit unsicherer Bindung hingegen verraten ihre Grenzen, um Nähe zu sichern – und verlieren dabei sich selbst.
Innere Signale nicht übergehen. Unser Körper spricht ständig mit uns: durch Müdigkeit, Anspannung, Unruhe, Widerwillen. Diese Signale sind keine Störungen. Sie sind Information. Wer sie ignoriert, verliert die Verbindung zu sich selbst. Wer sie ernst nimmt, gewinnt innere Klarheit zurück.
Selbstachtung ist also keine "esoterisch interpretierte Selbstliebe-Übung". Sie ist eine präzise psychologische Kompetenz: die Fähigkeit, mit sich selbst in einem respektvollen Kontakt zu bleiben.
"Lebensfreude ist nicht, sich gut zu fühlen – sondern sich nicht zu verraten."
Und wo Selbstachtung vorhanden ist, entsteht Lebensfreude – nicht als Hochgefühl, sondern als innere Stimmigkeit.
Die stille Wahrheit: Erschöpfung als Signal, nicht als Versagen
Wenn Menschen zu mir in die Online-Therapie kommen, sagen viele den gleichen Satz: „Ich weiß nicht, was mit mir los ist. Ich bin einfach nur noch müde."
Sie beschreiben keine klassische Depression. Sie beschreiben eine tiefe, strukturelle Erschöpfung. Keine Traurigkeit, sondern Leere. Kein Zusammenbruch, sondern ein stilles Erlöschen.
Und dann fügen sie häufig hinzu: „Ich sollte doch eigentlich dankbar sein. Ich habe doch alles. Warum fühle ich nichts mehr?"
Die Frage ist falsch gestellt. Die richtige Frage lautet: Wie lange bist du schon über deine Grenzen gegangen?
Denn diese Erschöpfung ist kein Zeichen von Schwäche. Sie ist ein Zeichen von Loyalität – einer falsch verstandenen Loyalität zu äußeren Erwartungen, zu Rollen, zu Idealen, die selten die eigenen waren.
Erschöpfung ist oft der Preis für jahrelange Selbstverleugnung.
Die Burnout-Forschung zeigt: Menschen überschreiten ihre eigenen Grenzen oft systematisch, getrieben von Perfektionismus und übertrieben hohem Selbstanspruch. Sie haben Ja gesagt, wo Nein gestimmt hätte. Sie haben funktioniert, wo Rückzug nötig gewesen wäre. Sie haben gelächelt, wo Trauer Raum gebraucht hätte. Wenn Sie mehr über die verschiedenen Burnout-Phasen erfahren möchten, empfehle ich meinen Burnout-Selbsttest.
Ein Klient formulierte es so: „Ich war nicht faul. Ich war leer. Und ich war leer, weil ich 20 Jahre lang gegen mich selbst gearbeitet habe."
"Erschöpfung ist oft ein Akt innerlicher Loyalität – nicht von Schwäche, sondern von Integrität, die zu lange unterdrückt wurde."
Wenn der Körper streikt, ist das kein Defekt. Es ist ein Schutzmechanismus. Der Körper sagt: So nicht weiter. Und genau das ist der Moment, in dem Veränderung möglich wird.
💭 Erkennen Sie sich in diesen Beschreibungen wieder? In meiner therapeutischen Arbeit begleite ich Menschen dabei, diese körperlichen Signale wieder zu verstehen und in Selbstachtung zu übersetzen.
Was sich ändert, wenn Selbstachtung zurückkehrt
Lebensfreude fühlt sich nicht spektakulär an. Sie fühlt sich stimmig an.
Wenn Menschen beginnen, ihre Selbstachtung zurückzugewinnen, passiert nicht plötzlich etwas Großes. Es gibt keine Euphorie, keinen Durchbruch, kein „endlich geht es mir gut". Stattdessen passiert etwas viel Subtileres – und viel Tragfähigeres.
Es entsteht innere Ruhe statt Hochgefühl. Die ständige innere Unruhe – dieses Gefühl, nicht genug zu sein, mehr tun zu müssen – lässt nach. Nicht, weil plötzlich alles perfekt wäre. Sondern weil die Bewertung sich ändert. Forschung zur Selbstbestimmung zeigt: Menschen können proaktiv und engagiert sein – oder passiv und entfremdet, abhängig von den sozialen Bedingungen. Wer sich selbst achtet, muss sich nicht mehr ständig beweisen.
Es entsteht Klarheit statt Motivation. Motivation ist ein flüchtiges Gefühl. Klarheit ist eine Haltung. Wer weiß, wofür er steht, braucht keine tägliche Selbstüberzeugung. Er trifft Entscheidungen aus einer inneren Gewissheit heraus, nicht aus Pflichtgefühl oder Angst.
Eine Klientin beschrieb den Unterschied: „Früher musste ich mich jeden Morgen überzeugen aufzustehen. Heute stehe ich auf, weil ich weiß, dass ich mit mir im Einklang bin – auch wenn der Tag schwer wird."
Es entsteht Stabilität statt Euphorie. Lebensfreude schwankt nicht mit jeder Laune. Sie ist keine emotionale Achterbahn, sondern ein innerer Boden. Auch an schwierigen Tagen bleibt das Gefühl: Ich stehe zu mir. Das ist kein Glücksgefühl. Aber es ist etwas viel Wertvolleres: Selbstvertrauen.
Es entsteht Standfestigkeit statt Drama. Wer in Selbstachtung lebt, braucht weniger Bestätigung von außen. Er ist weniger abhängig von Anerkennung, Lob oder der Meinung anderer. Das bedeutet nicht Gleichgültigkeit. Es bedeutet innere Souveränität.
Lebensfreude ist kein Zustand des Glücks. Sie ist ein Zustand der Übereinstimmung mit sich selbst. An dieser Stelle stellen viele Menschen dieselbe Frage: Wie komme ich da hin?
Diese Frage lässt sich in einem Artikel nicht beantworten. Nicht, weil sie kompliziert ist – sondern weil sie individuell und relational - also an die jeweiligen Lebensbedingungen geknüpft - ist. Selbstachtung entsteht nicht durch Einsicht allein, sondern im Kontakt. Im Erkennen der eigenen Muster, der eigenen blinden Flecken, der Stellen, an denen man sich selbst übergeht, ohne es zu merken. Das lässt sich nicht lesen. Das lässt sich nur im Kontakt herausarbeiten.
Wenn Sie an dieser Stelle merken, dass es nicht mehr um weitere Erklärungen geht, sondern um persönliche Klärung, können Sie mir schreiben. Nutzen Sie die Kontaktmöglichkeit, um kurz zu schildern, was Sie beschäftigt – oder um zu prüfen, ob eine Zusammenarbeit im Rahmen der Online-Therapie für Sie sinnvoll sein könnte.
Es braucht keine Vorbereitung und keine fertige Fragestellung. Ein erster Kontakt dient ausschließlich der Orientierung.
Ein anderer Weg: Therapie als Raum für Aufrichtigkeit
In meiner Arbeit als Online-Therapeutin begegne ich vielen Menschen, die bereits alles versucht haben: Coaching, Selbsthilfebücher, Achtsamkeits-Apps, Podcasts über Resilienz. Sie haben sich Mühe gegeben, positiv zu denken, dankbar zu sein, ihre Einstellung zu ändern. Und trotzdem sind sie erschöpft. Warum? Weil all diese Ansätze eines gemeinsam haben: Sie zielen auf Gefühle. Sie wollen, dass Menschen sich besser fühlen. Aber sie fragen nicht: Warum fühlst du dich überhaupt so? Was hast du verraten? Welche Grenze hast du zu oft überschritten?
In meiner Arbeit geht es nicht darum, sich besser zu fühlen. Es geht darum, sich wieder ernst zu nehmen.
Das bedeutet konkret:
Klärung innerer Werte. Viele Menschen wissen gar nicht mehr, was ihnen wirklich wichtig ist. Sie haben so lange nach den Erwartungen anderer gelebt, dass sie die eigene innere Stimme nicht mehr hören. Die Selbstbestimmungstheorie betont: Verschiedene regulatorische Prozesse bei der Zielverfolgung sind unterschiedlich mit effektivem Funktionieren und Wohlbefinden verbunden. Therapeutische Arbeit beginnt oft damit, diese Stimme wiederzufinden. In meiner Psychotherapie-Praxis arbeite ich mit der Integrativen Methoden, die genau hier ansetzen.
Wiederaufbau von Selbstachtung. Das ist kein Selbstliebe-Training. Es ist eine präzise Arbeit an der Fähigkeit, die eigenen Grenzen wahrzunehmen, sie zu respektieren und sie anderen gegenüber zu kommunizieren – ohne Schuldgefühl, ohne Rechtfertigung. Konkrete Ansätze dazu finden Sie auch in meinem Artikel über Selbstfürsorge als Weg zu seelischem Gleichgewicht.
Arbeit mit dem Nervensystem. Selbstachtung ist nicht nur kognitiv. Sie ist somatisch. Ein Nervensystem, das chronisch im Überlebensmodus ist, kann keine Selbstachtung entwickeln. Deshalb gehört zur Therapie auch die Arbeit mit körperlichen Signalen, mit Regulation, mit dem Gefühl von Sicherheit im eigenen Körper.
Raum für Aufrichtigkeit. Therapie ist ein geschützter Raum, in dem nichts funktionieren muss. Kein Lächeln, keine Positivität, kein „Ich kriege das schon hin". Nur Ehrlichkeit. Und oft ist genau diese Ehrlichkeit der erste Schritt zurück zur Lebensfreude.
Meine Arbeit ist keine Glücks-Therapie. Sie ist keine Motivations-Spritze. Sie ist keine Selbstoptimierung. Sie ist eine Einladung, sich selbst wiederzufinden.
💭 Wenn Sie spüren, dass Sie einen geschützten Raum brauchen, um zu sich selbst zurückzufinden – ich bin da. Online-Therapie, vertraulich, ohne vorgefertigte Lösungen.
Wo stehen Sie gerade? Drei Fragen als Impuls
Ich sage oft Ja, obwohl ich innerlich Nein meine – aus Angst vor Ablehnung, Konflikten oder weil ich "funktionieren" muss.
Ich fühle mich erschöpft, ohne dass es einen ersichtlichen äußeren Grund gibt – keine akute Krise, aber eine tiefe, chronische Müdigkeit.
Ich funktioniere gut nach außen – aber fühle mich innerlich leer – Leistung ist da, aber Lebendigkeit fehlt.
Wenn Sie bei einer oder mehreren dieser Fragen innehalten mussten: Das ist kein Defizit. Es ist ein Signal. Ihr System spricht mit Ihnen – und vielleicht ist es Zeit, diesem Gespräch Raum zu geben.
Wenn Sie beim Lesen "etwas gespürt haben"
Vielleicht haben Sie beim Lesen dieses Artikels etwas gespürt. Ein leises Wiedererkennen. Ein Gefühl von: Genau das ist es. Vielleicht haben Sie gemerkt, dass Sie sich selbst zu lange übergangen haben. Dass Sie zu oft Ja gesagt haben, wo Nein gestimmt hätte. Dass Sie sich geschämt haben für Ihre Erschöpfung, statt sie als Signal zu verstehen.
Wenn das so ist, dann ist das kein Defizit. Es ist ein Hinweis. Ein Hinweis darauf, dass Ihr Körper, Ihr Nervensystem, Ihr inneres System noch funktioniert. Dass es Ihnen sagt: So nicht weiter. Und dass es Zeit ist, dieses Signal ernst zu nehmen. Lebensfreude ist auch keine Frage der richtigen Technik. Sie ist eine Frage der inneren Haltung. Und diese Haltung lässt sich entwickeln – nicht durch Willenskraft, sondern durch Klärung, durch Selbstachtung, durch den Mut zur Aufrichtigkeit.
Ich begleite Menschen dabei, diesen Weg zu gehen. Online-Therapie, vertraulich, ohne Zeitdruck. Nicht mit vorgefertigten Lösungen, sondern mit Raum für das, was bei Ihnen wirklich da ist. Besonders Frauen, die das "Wonderwoman-Syndrom" kennen, finden hier einen Raum, in dem Stärke nicht mehr zur Last werden muss.
Wenn Sie spüren, dass es Zeit ist, sich selbst wieder ernst zu nehmen, bin ich da.
Herzlichst,
Ihre 'Petra Lebensfreude' Online-Psychotherapie für Menschen, die sich nicht mehr verraten wollen
Wenn Sie Interesse an einem unverbindlichen Erstgespräch haben, nehmen Sie gerne Kontakt auf.
Lebensfreude beginnt nicht mit einem Versprechen – sondern mit einem ersten aufrichtigen Gespräch.
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Weiterführende Literatur
Für alle, die tiefer in die wissenschaftlichen Grundlagen eintauchen möchten:
Zur Selbstbestimmungstheorie:
Ryan, R. M. & Deci, E. L. (2000). Self-determination theory and the facilitation of intrinsic motivation, social development, and well-being. American Psychologist, 55, 68-78. – Grundlagenwerk zur Bedeutung von Autonomie, Kompetenz und Verbundenheit für psychisches Wohlbefinden.
Deci, E. L. & Ryan, R. M. (2000). The "what" and "why" of goal pursuits: Human needs and the self-determination of behavior. Psychological Inquiry, 11, 227-268. – Erklärt, warum nicht alle Ziele gleich sind und wie innere vs. äußere Motivation unser Wohlbefinden beeinflusst.
Zu Burnout und Grenzen:
Freudenberger, H. J. (1974). Staff Burnout. Journal of Social Issues, 30, 159-165. – Der Klassiker, der den Begriff Burnout prägte und die Folgen emotionaler Erschöpfung erstmals systematisch beschrieb.
Burisch, M. (2014). Das Burnout-Syndrom: Theorie der inneren Erschöpfung. Springer. – Umfassendes deutschsprachiges Standardwerk zu Entstehung, Phasen und Behandlung von Burnout.
Zur Polyvagal-Theorie:
Porges, S. W. (2011). The Polyvagal Theory: Neurophysiological Foundations of Emotions, Attachment, Communication, and Self-regulation. Norton. – Erklärt, wie unser Nervensystem auf Stress reagiert und warum Sicherheit die Grundlage für Regulation ist.
Zu Selbstkongruenz und Authentizität:
Sheldon, K. M. & Elliot, A. J. (1999). Goal striving, need satisfaction, and longitudinal well-being: The self-concordance model. Journal of Personality and Social Psychology, 76, 482-497. – Zeigt, dass Menschen, die ihren eigenen Werten folgen, zufriedener und gesünder leben.
Zur Bindungstheorie:
Bowlby, J. (1988). A Secure Base: Parent-Child Attachment and Healthy Human Development. Basic Books. – Grundlagenwerk zum Verständnis, wie frühe Bindungserfahrungen unsere Fähigkeit zur Selbstachtung prägen.
Zur praktischen Anwendung:
Brown, B. (2012). Daring Greatly: How the Courage to Be Vulnerable Transforms the Way We Live, Love, Parent, and Lead. Penguin. – Verbindet Forschung zu Scham, Verletzlichkeit und Authentizität mit praktischen Impulsen für mehr Selbstachtung.
FAQ: Häufig gestellte Fragen
Ist Lebensfreude dasselbe wie Resilienz? Nein. Resilienz beschreibt die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sich davon zu erholen. Lebensfreude hingegen ist keine Reaktion auf Krisen, sondern eine grundlegende Haltung der Selbstachtung – unabhängig davon, ob gerade eine Krise herrscht oder nicht. Man kann resilient sein und trotzdem keine Lebensfreude empfinden, weil man sich selbst verrät.
Wie unterscheidet sich Selbstachtung von Selbstliebe? Selbstliebe wird oft als Gefühl verstanden („Ich mag mich"). Selbstachtung ist eine Haltung: Ich respektiere meine Grenzen, auch wenn ich mich gerade nicht mag. Selbstachtung ist stabiler, weil sie nicht von Launen abhängt. Sie bedeutet: Ich nehme mich ernst – in guten wie in schwierigen Zeiten.
Kann man Selbstachtung lernen, wenn man sie nie hatte? Ja, absolut. Selbstachtung ist keine angeborene Eigenschaft, sondern eine Kompetenz, die sich entwickeln lässt. Therapeutische Arbeit kann dabei helfen, alte Muster zu erkennen, neue Grenzen zu setzen und die eigene innere Stimme wiederzufinden. Es ist nie zu spät, sich selbst ernst zu nehmen.
Was ist der Unterschied zwischen Erschöpfung und Depression? Erschöpfung ist oft ein Signal für langfristige Selbstverleugnung – der Körper sagt „Stop". Depression hingegen ist eine eigenständige psychische Erkrankung mit spezifischen Symptomen wie Interessenverlust, Hoffnungslosigkeit und verändertem Schlaf- oder Essverhalten. Beides kann überlappen, aber Erschöpfung ist häufig die Folge äußerer Umstände und von selbstübergriffigem Verhalten, während Depression auch neurobiologische und genetische Faktoren hat. Bei Unsicherheit sollte immer eine fachliche Abklärung erfolgen.
Ist Selbstachtung nicht egoistisch? Das Gegenteil ist der Fall. Wer keine Selbstachtung hat, wird früher oder später anderen zur Last fallen – durch Erschöpfung, Krankheit oder emotionale Abhängigkeit. Selbstachtung bedeutet, für sich selbst zu sorgen, damit man langfristig für andere da sein kann. Es ist keine Selbstsucht, sondern Verantwortung.
Wie lange dauert es, Lebensfreude zurückzugewinnen?
Das ist individuell sehr unterschiedlich und hängt davon ab, wie lange und wie tief die Selbstverleugnung ging. Manche Menschen spüren nach wenigen Wochen erste Veränderungen – eine neue Klarheit, weniger innere Unruhe. Für andere ist es ein Prozess über Monate oder Jahre. Wichtig ist: Es geht nicht um schnelle Erfolge, sondern um nachhaltige Veränderung. Jeder Schritt zurück zu sich selbst zählt dabei.
Autorin:
Spezialisiert auf Online-Therapie, Menschen in Mehrfachbelastung, Stressbewältigung, Burnout-Prävention, systemische Prozessbegleitung, Partnerschafts- und Beziehungsthemen, Traumatherapie, Ängste und Depressionen














































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