Etwas stimmt nicht – aber ich weiß nicht was. Eine erste Orientierung.
- 26. Apr.
- 7 Min. Lesezeit
von Petra Burmetler, MSc | Psychotherapeutin & Online-Therapeutin
„Ich funktioniere noch. Aber irgendetwas stimmt nicht."
Vielleicht haben Sie diesen Satz noch nie laut ausgesprochen. Vielleicht würden Sie ihn nicht einmal so formulieren. Vielleicht sagen Sie eher: Ich bin nur müde. Oder: Das wird schon. Oder: Andere haben wirklich schlimme Probleme – ich doch eigentlich nicht.
Und trotzdem sind Sie hier.

Das Unbehagen, das Sie hertreibt, hat keinen scharfen Namen. Es ist kein Schmerz, den man zeigen kann. Es ist eher ein Grundrauschen. Eine innere Unruhe, die kommt und geht. Ein Gefühl, dass das Leben irgendwie an Ihnen vorbeizieht, obwohl Sie täglich dabei sind. Eine Erschöpfung, die kein Schlaf behebt. Eine Leere, die sich selbst peinlich ist.
Das ist kein Drama. Und es ist auch kein Nichts - Es ist ein Signal.
Wenn bei Ihnen das Gefühl vorherrscht, dass etwas nicht stimmt – psychisch, innerlich, schwer greifbar – dann sind Sie hier richtig.
Warum es so schwer ist, das Richtige zu benennen
In meiner Praxis erlebe ich täglich Menschen, die Monate – manchmal Jahre – gewartet haben, bevor sie sich gemeldet haben. Nicht weil sie das Problem nicht spürten. Sondern weil sie es nicht einordnen konnten.
Wir leben in einer Zeit, die für klare Diagnosen gebaut ist. Entweder Sie haben Burnout – oder Sie brauchen nur Urlaub. Entweder Sie sind depressiv – oder Sie stellen sich an. Entweder es ist ein Trauma – oder Sie sind überempfindlich.
Diese Schwarz-Weiß-Logik trifft die meisten Menschen nicht.
Die meisten sitzen irgendwo dazwischen. In einem Zwischenraum, der keinen offiziellen Namen hat. Und genau deshalb suchen sie nicht – weil sie nicht sicher sind, ob ihr Leid „groß genug" ist, um Unterstützung zu rechtfertigen.
Das ist es. Immer.
Was hinter dem diffusen Gefühl stecken kann
Es gibt keine Formel, die aus einem Gefühl eine Diagnose macht. Aber es gibt Themen, die ich immer wieder erkenne – als Muster, die sich unter der Oberfläche zeigen, lange bevor sie einen Namen bekommen.
Im Folgenden stelle ich Ihnen die häufigsten vor. Nicht um Sie zu schubladisieren. Sondern damit Sie sich vielleicht irgendwo erkennen und sagen können: Ah. Das könnte mein Thema sein.
1. Burnout & Erschöpfung: Wenn der Körper aufhört mitzuspielen
Schlafen, aber nicht erholen. Arbeiten, aber nichts mehr fühlen. Den Montag fürchten, obwohl das Wochenende „gut war".
Das ist kein Stress mehr. Das ist etwas, das sich in den Körper eingegraben hat.
Burnout entsteht nicht, weil jemand zu schwach ist. Es entsteht, weil jemand über lange Zeit gegeben hat, ohne aufzufüllen. Weil Grenzen nicht existierten – oder nicht gehört wurden. Weil Funktionieren und Leben irgendwann dasselbe geworden sind.
Viele merken das. Und machen trotzdem weiter. Nicht weil sie es nicht verstehen – sondern weil sie hoffen, dass es sich von selbst reguliert. Das tut es nicht. Es gräbt sich tiefer.
Das Heimtückische: Im mittleren Stadium fühlen sich viele Menschen noch „normal erschöpft". Der Abstand zum alten Ich ist bereits verloren gegangen – es gibt keinen Vergleichswert mehr.
Wenn Erschöpfung Ihr Normalzustand geworden ist: Das ist er nicht. Er fühlt sich nur so an.
Wenn Sie merken, dass genau das Ihr Thema ist, finden Sie hier eine genauere Einordnung: Burnout-Selbsttest – auf welcher Stufe stehen Sie bereits? , Das Wonderwoman Syndrom und Die Überforderung im Alltag entzaubern.
2. Angst & innere Unruhe: Wenn der Kopf Möglichkeiten produziert, die Sie nicht bestellt haben
Es geht nicht darum, dass etwas passiert ist. Es geht darum, dass Ihr Kopf nicht mehr aufhört, Möglichkeiten zu produzieren, wie es passieren könnte. Den schlimmsten Ausgang zu durchdenken, bevor irgendetwas begonnen hat. Die Situation im Nachhinein zu analysieren, nach dem Fehler, den Sie gemacht haben könnten. Den nächsten Schritt zu fürchten, obwohl heute alles in Ordnung ist.
Für manche bleibt es bei dieser Daueranspannung – einem Grundgeräusch, das nie ganz verstummt. Andere erleben Momente, in denen die Angst plötzlich körperlich wird: Herzklopfen, Atemnot, das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Eine Panikattacke braucht keinen Anlass. Sie kommt, wenn das System voll ist.
Angst hat nichts mit Mut oder Vernunft zu tun. Ein Mensch mit Angststörung weiß das – er weiß es, und fühlt es trotzdem. Das ist kein Denkproblem. Es ist eine eingelernte Reaktion des Nervensystems. Und genau deshalb hilft auch kein reines Nachdenken dagegen.
Wenn Ihnen das vertraut ist, lesen Sie hier weiter: Angststörungen überwinden | Panikattacken – was dahintersteckt und Mut und Angst – ein starkes Team.
3. Depression & innere Leere: Wenn Freude einfach nicht mehr kommt
Nicht Trauer. Nicht Schmerz.
Einfach: nichts.
Man geht zur Arbeit. Man erledigt die Dinge. Man antwortet auf Nachrichten. Aber innerlich läuft alles auf Sparflamme. Freude kommt kurz – und verschwindet wieder, bevor sie richtig ankommen kann. Vorfreude existiert kaum. Das Leben hat eine seltsame Gleichgültigkeit bekommen.
Die meisten Menschen mit Depression weinen nicht. Sie funktionieren. Und gerade deshalb erkennen sie sich in keiner Beschreibung wieder – weil Depression nach außen oft vollkommen unauffällig aussieht.
Was innen passiert: eine Art Glaswand zwischen sich und allem anderen. Man sieht das Leben. Man nimmt teil. Aber man ist nicht wirklich dabei.
Das Grau, das sich über Wochen und Monate hält – ohne erkennbaren äußeren Anlass, ohne dass etwas „passiert" wäre – das verdient Aufmerksamkeit. Nicht irgendwann. Jetzt.
Wenn Sie sich hier erkennen: Depression verstehen und überwinden und Tipps bei depressiver Verstimmung
4. Trauma & alte Wunden: Wenn die Vergangenheit die Gegenwart steuert
Sie reagieren auf etwas – und wissen selbst nicht warum.
Ein Ton in einer Stimme. Eine Situation, die harmlos ist. Ein Satz, der nichts Besonderes bedeutet. Und trotzdem: Herzrasen, Einfrieren, der Impuls wegzulaufen oder gar nichts mehr zu fühlen.
Trauma muss kein einzelnes, dramatisches Ereignis sein. Oft ist es das nicht. Es ist das jahrelange Aufwachsen ohne emotionale Sicherheit. Die Beziehung, in der man sich nie sicher gefühlt hat. Die Erschöpfung, die niemand gesehen hat. Das Funktionieren-Müssen, bevor man alt genug war, um zu verstehen, was dieses Funktionieren kostet.
Der Körper erinnert sich. Auch wenn der Verstand längst „darüber hinweggekommen" sein müsste. Und selbst wenn heute nichts passiert – reagiert der Körper manchmal so, als wäre alles noch da.
Das ist keine Überempfindlichkeit. Das ist ein Nervensystem, das gelernt hat, vorsichtig zu sein. Es hat Sie damals geschützt. Heute brauchen Sie diesen Schutz nicht mehr – aber das Nervensystem weiß das noch nicht.
Wenn das ein vertrautes Muster ist: Ganzheitliche Traumatherapie | Traumatherapie mit EMDR | PTBS überwinden
5. Selbstwert & innere Kritik: Der Satz, den Sie sich täglich sagen
„Ich bin nicht gut genug."
Oder: „Wenn die anderen wüssten, wie ich wirklich bin." Oder: „Eigentlich habe ich das gar nicht verdient."
Lesen Sie das nochmals. Und fragen Sie sich: Würden Sie diesen Satz jemandem sagen, den Sie lieben?
Wahrscheinlich nicht.
Aber sich selbst sagen Sie ihn. So oft, dass er längst keine Stimme mehr hat – er ist einfach da. Als Hintergrundüberzeugung. Als Filter, durch den Sie jede Situation lesen.
Niedriger Selbstwert zeigt sich selten als Schwäche nach außen. Er zeigt sich als Perfektionismus, der nie fertig ist. Als Unfähigkeit, Nein zu sagen, ohne sich danach zu rechtfertigen. Als Erschöpfung durch ein Leben, das nie ganz das eigene ist – weil man zu beschäftigt ist, den Erwartungen anderer gerecht zu werden.
Das hat nichts mit Einstellung zu tun. Es hat etwas damit zu tun, was man irgendwann gelernt hat, wert zu sein.
Wenn das vertraut klingt: Selbstachtung – das wahre Fundament der Lebensfreude | Selbstwert steigern | Selbstliebe – der Weg zu deinem wahren Ich.
6. Beziehungen & Einsamkeit: Wenn Nähe erschöpft statt nährt
Eine Klientin sagte einmal: „Ich weiß genau, wer ich bin, wenn jemand etwas braucht. Aber wenn ich selbst etwas brauche – kenne ich mich nicht mehr."
Sie war nicht allein. Sie hatte Familie, Freunde, Kollegen. Und trotzdem dieses Gefühl: niemand sieht wirklich, wie es mir geht. Beziehungen sind ein Ort, an dem ich gebe. Selten einer, an dem ich bekomme.
Das ist vielleicht die unbemerkteste Form von Erschöpfung: die, die im Kontakt entsteht.
Beziehungsmuster, die uns leerlaufen lassen, sind fast immer alt. Sie wurden nicht heute erfunden – sie wurden irgendwann gelernt, weil sie damals die sicherste Möglichkeit waren, Zugehörigkeit zu sichern. Das Problem: Was früher Schutz war, ist heute eine Erschöpfungsquelle.
Das ist kein Schicksal. Es ist ein Muster. Und Muster, die man gelernt hat, kann man auch weider verlernen.
Wenn Sie sich hier erkennen: Toxische Beziehungen verstehen, erkennen, verändern und beenden | Ihr 10-Punkte-Plan für gute Beziehungen | Narzissmus verstehen.
Sie müssen das noch nicht benennen können
Vielleicht haben Sie beim Lesen genickt – bei einem Abschnitt, oder bei mehreren. Vielleicht haben Sie auch gedacht: Irgendwie trifft alles ein bisschen zu, und trotzdem ist es keines davon ganz.
Das ist normal. Psychisches Erleben kennt keine Schubladen.
Burnout und Depression überlappen sich. Angst und Trauma bedingen einander. Niedriger Selbstwert liegt fast immer unter allem anderen – wie eine stille Grundlage, auf der das Schwere erst entstehen kann.
Der erste Schritt ist nicht, das Richtige zu wissen. Der erste Schritt ist, dem Unbehagen Raum zu geben. Es ernst zu nehmen. Es anzuschauen – auch wenn es noch keinen Namen hat.
Die meisten Menschen, die sich bei mir melden, kommen genau an diesem Punkt. Nicht mit einer Diagnose. Sondern mit dem Gefühl: So kann es nicht weitergehen.
Das reicht. Das ist genug.
Was ich Ihnen anbiete – und wie wir gemeinsam herausfinden, was Ihr Thema ist
Ich bin Petra Burmetler, Psychotherapeutin und Online-Therapeutin mit Praxis in St. Pölten. Mein Schwerpunkt liegt auf Burnout, Angst, Trauma und Depression – und auf dem, was darunter liegt: dem Verlust von Selbstachtung, von innerer Stimmigkeit, von Lebensfreude im eigentlichen Sinn.
In einem ersten Gespräch müssen Sie nichts wissen, nichts erklären, nichts rechtfertigen.
Sie müssen nur kommen.
Oder schauen Sie sich zuerst in Ruhe um:
Herzlichst,
Ihre 'Petra Lebensfreude'
Petra Burmetler, MSc , Psychotherapeutin & Online-Therapeutin e-mail: praxis@petra-lebensfreude.at | Whats-App: +43 680 500 9889
Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche psychotherapeutische oder medizinische Beratung. Einladung: vielleicht ist schon beim Lesen ein Thema aufgetaucht, das Sie nicht mehr loslässt.
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Über die Autorin
DSA Petra Burmetler, MSc ist eingetragene Psychotherapeutin in Österreich mit Schwerpunkt auf Online-Therapie, Stress- und Traumafolgestörungen, Burnout-Prävention und Beziehungsthemen. Sie arbeitet evidenzbasiert, integrativ und körperorientiert in ihrer Privatpraxis "Petra Lebensfreude" Online und in St. Pölten.
Qualifikationen:
Diplomierte Sozialarbeiterin (DSA)
Master of Science (MSc) in Psychotherapie
Eingetragene Psychotherapeutin (Integrative Therapie)
Systemische Aufstellerin (Familienaufstellungen & Organisationsaufstellungen)
Supervisorin und Coach
Über die Praxis:
Die Privatpraxis 'Petra Lebensfreude' bietet Psychotherapie, Coaching, Supervision und systemische Aufstellungen – Online und vor Ort in St. Pölten.








































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